Die Zeittafel zur Geschichte von Weilersbach/Oberfranken

von Anton Dennerlein

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Zeit / Epoche

Bevölkerung/Kulturentwicklung [Fundorte]

Weltgeschichte

700000 v. Chr.

Ältere Altsteinzeit

 

erste Menschen in Europa: Homo erectus

100000 v.Chr.

mittlere Altsteinzeit

Nutzung des Feuers; erste Werkzeuge

neandertaler Mensch:
Homo neanderthalensis

80000 v. Chr.

Faustkeile, Abschlagkulturen [Kronach]

 

40000 v. Chr.

jüngere Altsteinzeit

entwickelte Jäger; erste Kunsterzeugnisse

heutiger Mensch:
Homo sapiens

12000 v. Chr.

Jäger und Sammler; Höhlen- und Freilandwohnungen; Knochengeräte und feine Steinklingen und Pfeilspitzen [Teufelshöhle Pottenstein]

Höhlenmalerei in Westeuropa (Frankreich)

10000 v. Chr.

Ende der 4. Eiszeit

Kältesteppe erwärmt sich; zuerst wachsen Kiefern-Birkenwälder, dann Eichenmischwälder, die ganz Mitteleuropa bedecken

 

8000 v. Chr.

Mittelsteinzeit

nacheiszeitliche Jäger und Sammler

erste Städte im vorderen Orient (Jericho)

5500 v. Chr.

frühe Jungsteinzeit

Sesshaftigkeit; größere Dorfsiedlungen; Ackerbau u. Viehzucht; Haustiere
Töpferei; Steinschliff; Textilien; Hausbau [Tiefenellern]

erste ägyptische Dynastie ab 3000 v. Chr.

3500 v. Chr.

späte Jungsteinzeit

Befestigungsbau; Grabhügel; Feuersteinwerkzeug; geschliffene und durchbohrte Äxte [Ehrenbürg Kersbach]; Erste Spuren von Getreidepollen;

akkadisches Reich des Sargon;
die "Sintflut" im nahen Osten ca. 3000 v. Chr.

2000 v. Chr.

Bronzezeit

Bevölkerungszunahme; Waffen, Beile, Schmuck aus Bronze
[Serlbach, Ehrenbürg, Affalterthal, Morschreuth]

Hammurabi von Babylon (1728 – 1686 v. Chr.)

1300 v. Chr.

Urnenfelderzeit

große befestigte Höhenburgen; Brandbestattungen; Rüstungen aus Bronze [Ehrenbürg, Eggolsheim, Gosberg];
Eichen-Buchenmischwald; wärmeres, feuchteres Klima;

Seevölker greifen Palästina u. Ägypten an (Philister);
Moses (1250 Auszug aus Ägypten);
David (1006 – 966)

750 v. Chr.

frühe Eisenzeit
(Hallstattzeit)

Kelten; Hügelgräber; kleine Häuptlingsburgen, starke Kontakte nach Böhmen;
Waffen, Werkzeuge aus Eisen; Schmuck aus Bronze [Ehrenbürg, Wichsenstein]

Gründung Roms (753) Olympische Spiele (736)

450 v. Chr.

späte Eisenzeit
(Latenezeit)

Adelsburgen; erste stadtähnliche Anlagen; hochentwickelte Eisen- u. Bronzeindustrie; Töpferscheibe [Ehrenbürg, Drosendorf]

keltische Wanderungen in weite Teile Europas;
387 v. Chr. Kelten erobern Rom

180 v. Chr.

späte Kelten

weiträumige stadtähnliche Anlagen (Oppidum), beginnende Geldwirtschaft; Glaserzeugnisse [Altendorf, Neuses]

58-51 v. Chr. Cäsar erobert Gallien

30 v. Chr.

römische Kaiserzeit

germanische Zuwanderung ins Regnitz- u. Wiesenttal (Sueben); Handel mit Römern [Altendorf, Ehrenbürg, Reißberg]

ca. 4 v. Chr. Geburt Jesu

 

 

166-180 Markomannenkriege

375-568 n. Chr.

Völkerwanderung

germanische Höhenburgen

 

450-751

Merowingerzeit

Die Franken vergrößern ihren Herrschaftsbereich nach Südwesten (Frankreich) u. Südosten (Süddeutschland); Oberfranken bis 531 Teil des Thüringer Reiches; Vordringen des fränkischen Einflusses; Ostgrenze ist die Regnitz. Östlich davon leben slawische Stämme (Wenden)

 

717

Ostfranken wird in Gaue eingeteilt (Radenzgau)

 

751-814

Karolingerzeit

Holzkirchen; intensiver Burgenbau; Pfalzen als Herrschaftssitze; Ausdehnung des Frankenreiches nach Norden (Sachsen); Osten (Marken, Böhmen) und Südosten (Bayern, Ostmark, Kärnten); 14 Slawenkirchen werden gebaut (Pretzfeld).

800 Kaiserkrönung Karls des Großen in Rom

805

Verordnung Karls d. Großen: Verbot des Waffenhandels und Schmuggels mit den Slawen im Forchheimer Raum

 

843

Teilung des Frankenreichs

 

911- 918

Hohes Mittelalter

Konrad I von Franken wird in Forchheim zum 1. deutschen König gewählt (911)

 

1007

Gründung des Bistums Bamberg durch Kaiser Heinrich II

919-1024: die sächsischen Kaiser

1007-1062

Rodung eines Teils des königlichen Forstes zur Anlegung einer neuen Siedlung im Tal des Weilersbach ("Tutelesbach"); gehört zum Königshof Forchheim

die fränkischen oder salischen Kaiser (1024-1125)

1062

Adelhalmeshowe (Almannshof) an Hochstift Bamberg; Schenkung an das Stift St. Jakob in Bamberg durch Bischof Otto ("Wilespach")

1096-99 1. Kreuzzug;
Erstürmung Jersusalems

1136

Dietrich von Wilerespach als Dienstmann in Bamberg

 

1140

Edelfreie von Reifenberg (Adelvolc)

Stauffer-Kaiser

1163

Gründung des Klosters Speinshart in der Oberpfalz bei Eschenbach durch die Edelherrn
"de Reifenberg"

1152-1190 Friedrich I
"Barbarossa"

1185

Burg Reifenberg fällt an den Bischof von Bamberg (Amt Reifenberg)

 

1190

Reginold v. Reifenberg stirbt auf dem 3. Kreuzzug bei Adrianopel (Türkei), sein Bruder Eberhard ist seitdem verschollen.

 

1249

Eberhard von Schlüsselstein will die Burg ausbauen

 

ab ca. 1350

Unterscheidung in Ober-, Mittel- und Unterweilersbach
7 Ansitze (Rittergüter) "freie Veste" als Keimzellen der einzelnen Ortsteile

 

1430

Zerstörung der Burg Reifenberg durch die Hussiten

1445 Johann Gutenberg erfindet den Buchdruck mit beweglichen Lettern

1460

Erste Erwähnung einer Kirche im teilweise verfallenen Schloß Reifenberg

1453 Fall von Konstantinopel an die Osmanen

 

 

1487 Diaz umsegelt das Kap der guten Hoffnung (Südspitze Afrikas)

 

 

1492 Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus

1500

Schaffung der Reichskreise: Franken, Schwaben, Baiern, Niederrhein, Westfalen, Niedersachsen

Reformation

1501

Burg Reifenberg kommt an die Pfersfelder zu Weilersbach

 

1504

Geländeerkundung der freien Reichsstadt Nürnberg

 

1511/16/21

Kapelle zu Ehren der hl. Mutter Anna

1517 Anschlag der 95 Thesen Luthers in Wittenberg

1525

Bauernkrieg: Dach des Oberweilersbacher Schlosses wird von den Aufständischen zerstört; Bauern werden Leibeigene des Grundherrn

1529 Erste Belagerung Wiens durch Türken

1552/53

Anna-Kapelle wird im "Markgräfler Krieg" zerstört

 

1602

Forchheimer Zentkarte von Peter Zweidler: Unter-, Mittel-, Oberweilersbach (mit Oberndorf) Reifenberg, Almannshof, Schweizerhof (im Tannenwald)


1607-1613

Bau einer Nikolauskapelle auf dem Reifenberg

1618-1648 30-jähr. Krieg

ab 1614/22

Sammlung für den Wiederaufbau der St.Anna-Kapelle (1620)

 

1631

im November überfällt eine Forchheimer Soldatenschar das Schloss Mittlerweilersbach und raubt Lebensmittel, Hausrat und das Vieh

 

1632

Bei der Belagerung von Forchheim durch die Schweden verfällt das Schloss in Oberweilersbach (Hetzenhof)

 

1646

Erzherzögliche (= katholische) Völker (= Soldaten) lagern 9 ½ Wochen in Weilersbach

 

1648

Schwedische Regimenter hausen im Schloss Oberweilersbach, verheizen den Dachstuhl und plündern die Vorräte;
Anna-Kapelle wird wieder aufgebaut

 

1648/49

Der Schweizerhof existiert nicht mehr; Almannshof wird abgerissen und die Grundstücke an die Untertanen des Bischofs in Reifenberg verkauft;
Bevölkerungszahl in Weilersbach wurde durch die Kriegsereignisse halbiert

 

1653

erste große Prozession der Forchheimer nach Kriegsende zur hl. Mutter Anna

 

1667

1. Annafest in Weilersbach

 

1680

30 Juden im Mittlerweilersbacher Schloß

1600-1750 Barock

1705

Erweiterung der St.-Nikolauskapelle auf die heutige Größe

 

1716

Die Rittergüter werden nach und nach an die Familie Karg von Bebenburg (Kanzler des Hochstiftes Bamberg) verkauft

 

1718

Synagoge (Judenschule) im Schlossplatz (= Judenhof)

 

1735

Flurkapelle am Weg nach Kirchehrenbach (jetzt "Am Anger")

 

1751

an Hochstift Bamberg; Bischof gewährt den Juden Schutzrechte

 

1765

Abbruch des Schlosses Mittelweilersbach; Neubau von 8 Judenwohnungen

 

1788

Barocker Zwiebelturm wird an die "Vexierkapelle" angebaut

1773 Bostoner "Tea-Party"
Beginn des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges bis 1783
1789-92 Französische Revolution

1796

Einquartierung u. Plünderungen in Unterweilersbach durch französische Truppen

Napoleonkriege 1792 – 1806/7

1803

Weilersbach fällt an Bayern; 23.12. Gründung der 1. Schule in Unterweilersbach St. Anna

 

1808

Gebietsreform in Bayern: Gemeinden als Verwaltungsbehörden des Staates ohne Selbstverwaltung

1806 Ende des "Hl. römischen Reiches Deutscher Nation";
Preußische Städteordnung

1807-14

Innere Umgestaltung Deutschlands: Bauernbefreiung; Selbstverwaltung der Städte; Ablösung des Frondienstes; Trennung von Justiz und Verwaltung; Gewerbe-Arbeits-Religionsfreiheit; Staatl. Kirchen- und Schulaufsicht; liberales und demokratisches Staatsdenken

1813 Völkerschlacht bei Leipzig

1811/12

Judenemanzipation: sie dürfen bäuerliche Anwesen erwerben

1815 Schlacht bei Waterloo

1818

Bürgervertretung kann in den Gemeinden gewählt werden.

 

1830-69

Auswanderungswelle nach Amerika wegen großer Armut und "Überbevölkerung"

"Reichsfarben" Schwarz-Rot-Gold

1848

Freies Eigentum der Höfe u. Grundstücke; Vermessungen u. Katasteraufstellung in Bayern; Grundbuch

Revolutionen in Europa für Bürgerrechte u. Freiheiten

1849

großes Hochwasser in Unterweilersbach und im Wiesenttal

 

1850

St. Anna wird Kuratie

 

1852

Einweihung des Friedhofes ("alter Friedhof" vorderer Teil)

 

1862

König Max II v. Bayern trennt Verwaltung und Justiz; Geographische Verwaltungsgliederung (gültig bis 1971/72)

 

1865

Gründung der Pflichtfeuerwehr für Unter-, Oberweilersbach und Reifenberg

 

1869

Weihe der vergrößerten St. Anna Wallfahrtskirche (heutige "alte Kirche")
Bayrische Gemeindeordnung: Kommunale Selbstverwaltung unter staatlicher Aufsicht

 

1870/71

Deutsch-französischer Krieg: 4 Gefallene aus Weilersbach

1871 Gründung des
2. Deutschen Kaiserreichs bis 1918

 

 

 

 

 

 

1876

Ende der jüdischen Gemeinde (Versteigerung der letzten beweglichen und unbeweglichen Gegenstände im Judenhof); Juden sind nach Forchheim gezogen oder ausgewandert

Industrialisierung; Nationalstaaten;
Wissenschaftl. technischer Fortschritt

1890

Friedhof vergrößert

 

1891

Eisenbahn Forchheim-Ebermannstadt

 

1892

Einweihung des 2. Schulhauses (jetzt Rathaus)

 

1897

Grundbuchordnung (GBO) durch Reichs-Gesetz

 

1909

Hochwasserkatastrophe: Brücken nach Kirchehrenbach wurden weggespült

 

1914 - 1918

24 Gefallene aus Weilersbach; 7 Gefallene aus Reifenberg

1. Weltkrieg

1919

Elektrisches Licht in Unterweilersbach

 

 

Selbstverwaltungsgesetz schafft Garantie für Gemeindenselbstverwaltung

 

1920

Gendameriestation in Unterweilersbach; Baubeginn der Arbeitersiedlung Erlesheim;
Elektrisches Licht in Oberweilersbach

Inflation in Deutschland

1927

Große Überschwemmungen in Unterweilersbach und im Wiesenttal

1929 Börsensturz in New York; Wirtschaftskrise in Europa

1932

"unerfreuliche Erscheinung": Arbeitslose u. Fabrikarbeiter demonstrieren wegen der Hypotheken in Erlesheim
Reichstagswahl: 6.11. NSDAP erhält nur 16 Stimmen in OW, nur 12 Stimmen in UW

 

1933

16. April: Bgm. Hack, OW wird durch bewaffnete NS-Kräfte abgesetzt;
Die Gemeindewaffen werden abtransportiert.
15. Juli: Bgm. Kügel und der Gemeinderat UW müssen auf Druck zurücktreten; der neugebildete Gemeinderat wählt am 31. Juli wieder Kügel zum Bürgermeister. Erneut abgesetzt. Große Unruhe im Dorf.
Gleichschaltung der Sportvereine; DJK-Weilersbach spielt Fußball im Bezirk "Mitte"

23.03.1933 "Ermächtigungsgesetz" Beginn der NS-Diktatur

1938

St. Anna wird Pfarrei (1. Okt.)

 

1939

Beginn des 2. Weltkrieges; 55 Gefallene und 22 Vermisste in Weilersbach und
15 Gefallene und Vermisste in Reifenberg

2. Weltkrieg

1945

15. April: Einmarsch der Amerikaner in Weilersbach von Rettern kommend;
1 Toter durch Granateneinschlag

 

 

 

 

1946

Ankunft der ersten Heimatvertriebenen aus Schlesien, dem Eger- und Sudetenland u. dem Böhmerwald;
Neugründung des Sportvereins (SV Gloria)

 

1950

Starkes Hochwasser, der Weißenbach ist von Eisschollen verstopft

 

1957-1960

Zentrale Wasserversorgung in Unterweilersbach

 

1959

Eigene Volksschule in Oberweilersbach

 

1960

Eigene Volksschule in Reifenberg

 

1961-1964

Zentrale Wasserleitung in Oberweilersbach

 

1962

Bau der Umgehungsstraße B 470

 

1963

Neubau der Volksschule Unterweilersbach am Anger

 

1969

Gründung des Zweckverbandes zur Abwasserbeseitigung der Ehrenbach-Weilersbach-Gruppe

 

1970

Zusammenschluss der Gemeinden Ober-, Unterweilersbach u. Reifenberg zur Gemeinde Weilersbach am 1. Juli.
Ortsteile: Erlesheim, Mittlerweilersbach mit Schlossplatz, Oberndorf, Oberweilersbach, Reifenberg, Unterweilersbach.
Schulen werden wieder zusammengelegt

 

1972

Einweihung der neuen St. Anna Wallfahrtskirche;
Weilersbach zum Landkreis Forchheim; Landkreis Ebermannstadt aufgelöst (Teile zu den Landkreisen Forchheim, Bamberg, Bayreuth, Kulmbach).

 

1977

Kindergarten in der Unterweilersbacher Schule

 

1978

Verwaltungsgemeinschaft Kirchehrenbach-Leutenbach-Weilersbach ab 1. Mai

 

1979

Anordnung der Flurbereinigung

 

1983

Zentrale Wasserleitung in Reifenberg; Wappen der Gemeinde Weilersbach.

 

1988

Ausbau des Wegenetzes im Zuge der Flurbereinigung beginnt:
Wirtschaftswege auch als Wander- und Radwege

 

1990

Dorferneuerungsmaßnahmen laufen an

 

1992

Ausbau der vorhandenen 220 kV-Hochspannungsleitung zur 380 kV-Höchstspannungsleitung (Hausen-Würgau)

 

1998

Beginn der Hochwasserfreilegung und Ausbau der Ortsdurchfahrt in Unterweilersbach

 

1999

Abwasserbeseitigung in Reifenberg
Neuverteilung durch die Flurbereinigung

 

 

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