Von einem regelrechten Schulbesuch musste man aber noch absehen, da nicht überall in den Dörfern Gebäude vorhanden waren und es ebenso an Lehrkräften mangelte, um einen regelmäßigen Schulbetrieb durchführen zu können. Zudem wurden die Kinder während der Sommermonate dringend in der Landwirtschaft gebraucht, um die Ernte möglichst schnell einbringen zu können.
Hinweise über die Anfänge der Volksschule zu Weilersbach erhalten wir aus der "Kurzen Ortsgeschichte von Weilersbach", die 1921 vom Lehrer Hans Gerneth angelegt und dann von Hauptlehrer Josef Greiner ergänzt wurde.Um den schulischen Werdegang des Ortes Reifenberg nachzeichnen zu können, helfen uns die Aufzeichnungen des ehemaligen Schulleiters Franz Kaller.Aus einem Briefwechsel vom 18. September
1809 des damaligen Distriktschulinspektors mit dem Kgl. Generalkreiskommissariat
in Bamberg erfahren wir über den Zustand des Schulwesens in Weilersbach.
Danach wurde zu dieser Zeit der Schulunterricht in einem von der Gemeinde angemieteten
Bauernhaus abgehalten. Da der Besitzer diesen Raum selbst wieder benötigte,
musste sich die Gemeinde nach einer anderen Möglichkeit umsehen.
Das damalige Mesnerhaus, nahe der St. Annakapelle, sei zwar baufällig,
so erfahren wir in diesem Bericht, aber die dabei befindlichen Nebengebäude
zur Ökonomie seien im guten Zustand. Nun könne dieses alte Mesnerhaus,
das schon einmal als Schulhaus diente, erneut zu einer Schule eingerichtet werden.
Am 23. April 1812 wurde von der Regierung von Oberfranken der Umbau genehmigt.
Dieses Gebäude befand sich unterhalb des heutigen Rathauses und wurde 1972
abgerissen. Im Jahre 1813 erfolgte dann der Umbau. Nach der Baubeschreibung
hatte es ein Schulzimmer mit der Größe von 7,15 m Länge, 6 m
Breite und 3 m Höhe. Licht erhielt es durch fünf Fenster. Diese Schule
besuchten die Kinder aus Unterweilersbach, Mittelweilersbach und Oberweilersbach.
Auch die Kinder aus Reifenberg gingen bis zum 1. Februar 1871 hier zur Schule.
Die Aufgaben des damaligen
Lehrers bestanden in der Ausübung mehrerer Ämter. So musste der Lehrer
zusätzlich das Amt des Gemeindeschreibers, den Orgel- und Mesnerdienst
versehen.
Nach einer statistischen Erhebung vom Jahre 1860 besuchten 57 Knaben und 55
Mädchen die Schule. Eine weitere Eigenart der Schulpflicht war damals der
Besuch der sogenannten Sonntagsschule. Hier mussten die Schüler und die
Schülerinnen, die nach der siebten Klasse aus der Schule entlassen worden
waren, für weitere zwei Jahre am Sonntag zwischen 11 und 12 Uhr die Schule
besuchen. Schwerpunkt dieser Schule war die Unterrichtung in der Christenlehre.
Die Sonntagsschule besuchten im Jahre 1860 57 Mädchen und Jungen. Infolge
der immer mehr zunehmenden Schülerzahl, besonders in den Jahren 1879/80,
erwies sich das Schulzimmer im ehemaligen Mesnerhaus als zu klein und es wurde
der Plan gefasst, das bestehende Schulhaus zu erweitern und ein zweites Schulzimmer
einzurichten. Wegen Mittellosigkeit der Schulgemeinde musste aber dieses Projekt
aufgegeben werden. Dies veranlasste nun die Regierung von Oberfranken in dem
Regierungsschreiben vom 5. April 1880 Abteilungsunterricht anzuordnen. Nach
langem Ringen einigten sich die beiden Gemeinden Ober- und Unterweilersbach,
im Jahre 1892 ein zweites Schulhaus zu errichten.
Da nun ein zweites Schulzimmer vorhanden war, wurde der sogenannte Abteilungsunterricht wieder aufgehoben. Nach einer statistischen Erhebung vom Jahre 1912 zählte die Schulgemeinde 786 Seelen.Die Jahrgänge 1 - 3 zählten 70 Schüler; sie wurden im neuen Schulhaus unterrichtet. Die Jahrgänge 4 - 7 zählten 79 Schüler; zusätzlich mussten 21 Jugendliche noch die Sonntagsschule besuchen.Interessant in dieser Statistik erscheinen die Angaben über den Heizmaterialbedarf. So durften beide Schulen während des Winters 3,5 Klafter Holz und 100 Zentner Kohlen verbrauchen. Ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung der schulischen Rahmenbedingungen war die Einrichtung des elektrischen Lichts in beiden Schulräumen im Jahre 1920. Wie mag diese technische Errungenschaft die Kinder damals fasziniert haben, gerade in den Wintermonaten, wenn das Sonnenlicht die Schulräume nur spärlich erhellte.
Nach dem zweiten Weltkrieg wurde im Jahre 1949 in Unterweilersbach eine dritte Lehrerstelle eingerichtet. Da nur zwei Schulräume vorhanden waren, wurde ein Notraum gegenüber dem Klassenzimmer im alten Schulhaus eingerichtet, dennoch mussten die Schüler in den nächsten Jahren den leidigen Abteilungsunterricht ertragen. Erst als im Jahre 1959 in Oberweilersbach die neue Schule bezogen wurde, fand dies ein Ende.
Pläne ein eigenes Schulhaus in Oberweilersbach zu errichten, gehen auf einen Gemeinderatsbeschluss vom 16. Mai 1953 zurück. Diesem Ansinnen stand das Bezirksschulamt in Ebermannstadt sehr negativ gegenüber, da damit der bestehende Schulkörper zerschlagen werden würde.Vielmehr wurde der Vorschlag gemacht, was nach der Meinung des Schulamts für die Jugend viel förderlicher wäre, gemeinsam ans Werk zu gehen und auf der Kirchenhöhe, die für beide Gemeinden der Mittelpunkt sei, ein Schulhaus zu errichten. Da sich beide Gemeinden nicht zu einem gemeinsamen Schulhausneubau durchringen konnten, stimmte die Schul-aufsichtsbehörde mit dem Schreiben vom 9. Mai 1958 dem Schulhaus-neubau in Oberweilersbach zu. Noch im selben Monat erfolgte die Vergabe des Baus. Bereits am 30. August 1958 wurde das Richtfest gefeiert.
Bei Abschluss der Bauarbeiten im April 1959 hatte der Bau laut Kassen-buch des Gemeindekassiers 378.354 DM gekostet. Am 12. April 1958 erfolgte dann die feierliche Einweihung. Als prominenter Gast erschien zur Einweihungsfeier auf Einladung der Gemeinde der bayerische Finanzminister Rudolf Eberhard.
Der erste Unterrichtstag in der
neuen Schule am 13. April 1959 war für die Schüler ein besonderes
Erlebnis, wie der Chronist beschreibt:
"Vom vorhergehenden Tag der Einweihung stehen noch auf den neuen Tischen
die Blumen, jedes Kind sitzt auf seinem Stuhl und blickt zunächst fast
etwas unbehaglich um sich, als ob es in einem fürstlichen Schloss mit funkelnden
weiten Räumen nur für kurze Zeit zu Besuch da wäre."
Damit ergab sich in Weilersbach folgende Schulsituation:
Unterweilersbach:
Klasse I 1. Jhrg. 9 Kinder
(25) 2. Jhrg. 11 Kinder
3. Jhrg. 5 Kinder
Klasse II 4. Jhrg. 11 Kinder
(30) 5. Jhrg. 5 Kinder
6. Jhrg. 8 Kinder
7. Jhrg. 3 Kinder
8. Jhrg. 3 Kinder
Gesamtschülerzahl: 55 Kinder
Die Mehrzahl der bisherigen Schüler verließ die Schule, 113 Kinder besuchten nun die Schule in Oberweilersbach.
Klasse I 1. Jhrg. 17 Kinder
(37) 2. Jhrg. 20 Kinder
Klasse II 3. Jhrg. 25 Kinder
(36) 4. Jhrg. 11 Kinder
Klasse III 5. Jhrg. 12 Kinder
(40) 6. Jhrg. 16 Kinder
7. Jhrg. 8 Kinder
8. Jhrg. 4 Kinder
Gesamtschülerzahl: 113 Kinder
Dieses weithin sichtbare Projekt beflügelte anscheinend die Gemeindebürger in Unterweilersbach mit einem neuen Schulhausbau gleichzuziehen. Ohne Zweifel war auch das alte Schulhaus aus dem Jahre 1813 nicht mehr zeitgemäß, um Schulunterricht nach den Erfordernissen abhalten zu können. Am Anger wurde nun das neue Schulhaus 1962 errichtet, in dem zwei Klassen untergebracht werden konnten. Selbst nach der Auflösung der Eigenständigkeit wurde hier weiterhin eine Klasse unterrichtet. Erst nach dem Erweiterungsbau im Jahre 1986 wurde ab dem kommenden Schuljahr dieses Schulhaus nicht mehr genutzt und dann in einen Kindergarten umgebaut.
Auf Bedrängen der Regierung
von Oberfranken erfolgte im Mai 1967 die Forderung an beide Gemeinden einen
Schulverband zu gründen, dabei sollten die beiden neuen Schulhäuser
erhalten bleiben. In diesem Plan sollte Reifenberg aber dem Schulverband Niedermirsberg-Pretzfeld
zugeordnet werden. Nach dieser neuen Regelung besuchten im Schuljahr 1967/68
209 Kinder die beiden Schulen.
Die Geburtsstunde für unsere heutige Schule war 1970. Aufgrund der Rechtsverordnung der Regierung von Oberfranken wurde 1970 die gemeinsame Volksschule als Grund- und Teilhauptschule I mit den Schuljahrgängen 1 mit 6 errichtet.In den kommenden Jahren wurde der Bau einer Turnhalle favorisiert. Am 8. Dezember 1975 durften die Kinder zum ersten Male die fertiggestellte Turnhalle benutzen.Den Anschluss an die weite Welt erhielt unsere Schule am 6. September 1979. Nun konnte unsere Schule unter der Nummer 9 48 78 telefonisch erreicht werden.
Große Sorge bereitete den Gemeinderäten das Schreiben der Regierung von Oberfranken vom 7. Januar 1983. Danach sollten die Jahrgänge 5 und 6 ausgegliedert werden und ab dem Schuljahr 1983/84 dem Schulverband Kirchehrenbach zugeordnet werden. Nach intensiver Intervention der Gemeinde bei der Regierung konnte dieses Vorhaben verhindert werden, jedoch wurden folgende Auflagen gemacht, verschiedene Moder-nisierungsmaßnahmen durchzuführen, wie z. B. die Ausstattung des Werkraumes, Handarbeitsraum und Fernsehraum. Um dieser Forderung nach-kommen zu können, war ein Erweiterungsbau unumgänglich. Eine Vorsprache bei der Regierung am 4. September 1984 erbrachte eine erfreuliche Situation der finanziellen Zuwendungen.
Nach der Aufstellung der Baukosten von 650.000 DM konnte mit einem Zuschuss von 300.000 DM gerechnet werden. Diese günstige Aus-gangslage bewog den Gemeinderat noch am gleichen Tag den Beschluss für den Erweiterungsbau herbeizuführen. Nach der Genehmigung des Raumprogrammes und der Vergabe der einzelnen Bauarbeiten konnte im Juli 1985 mit dem Anbau begonnen werden. Bereits am 30. November 1986 erfolgte die feierliche Einweihung. Aufgrund einer Generalsanierung des bestehenden Baukomplexes waren die Kosten auf 1.105.000 DM angewachsen. Erfreulicherweise konnten aber die festgelegten finanziellen Vorgaben eingehalten werden.
Die Kinder von Reifenberg besuchten ehemals die Schule zu Unterweilersbach.
Nur in kalten Winterzeiten schickte der jeweilige Lehrer zu Unterweilersbach
seinen Gehilfen nach Reifenberg, um in einem geräumigen Bauernhaus Unterricht
zu erteilen. Der sehr beschwerliche Weg, besonders im Winter, bewog die Bewohner
von Reifenberg für ihre Kinder ein eigenes Schulhaus zu errichten.
Nach der damaligen Baubeschreibung vom Jahre 1870 befand sich in dem einstöckigen Haus ein Klassenzimmer mit einer Größe von 7 m Länge, 4,5 m Breite und 2,75 m Höhe, ebenso die Lehrerwohnung mit 4 Zimmern. Alle sieben Jahrgänge wurden von einem Lehrer unterrichtet. Wie in an-deren Gemeinden musste auch hier der Lehrer zusätzliche Ämter ausüben, wie den Orgel- und Mesnerdienst und den Schriftverkehr der Gemeinde tätigen. Bereits 1890 wird der Schulsaal für zu klein befunden, deshalb vergrößert und mit einem Vorplatz versehen.
Im Herbst 1920 wurde wie in Weilersbach das elektrische Licht eingerichtet. Dabei wurden 7 Lampen, 1 Steckdose und ein elektrischer Anschluss für einen Ofen installiert.
Die beengten Raumverhältnisse bewogen die Gemeinde immer wieder den Bau eines neuen Schulhauses voranzutreiben, um die Kinder großzügig (1870 - 1925: 30 Schüler) unterbringen zu können.Im Jahre 1938 war es endlich so weit, die Gemeinde war fest entschlossen, eine neue Schule zu bauen. Gesuche um Bewilligung und der Plan lagen bereits bei der Regierung von Oberfranken, im Gemeindewald wurden bereits Bäume gefällt, jedoch brach 1939 der Krieg aus und brachte diesem Vorhaben das schmerzliche Ende. Aufgrund des Lehrermangels mussten die Kinder zwischen 1939 und 1943 die Schule in Unterweilersbach besuchen. In der Nachkriegszeit bewirkten die kleine Lehrerdienstwohnung und die schlechten räumlichen Verhältnisse des Schulraumes einen häufigen Lehrerwechsel in der Gemeinde.
Als im Jahre 1955 die Schülerzahl auf 38 Kinder anstieg, war ein Neubau unausweichlich. Man behalf sich vorerst mit Abteilungsunterricht, was aber auch für die Kinder einen Wochenstundenverlust von 8 Stunden bedeutete. Am Vormittag von 8 - 12 Uhr erfolgte der Unterricht für den 3. - 8. Jahr-gang, am Nachmittag von 13 - 16 Uhr für den 1. und 2. Jahrgang. Große Schwierigkeiten ergaben sich für die Gemeinde einen passenden Baugrund zu finden. In der Gemeinderatssitzung vom 24. Februar 1957 erfolgte endlich der Durchbruch, nun war die Bauplatzfrage geklärt. Nach rascher Abwicklung der Genehmigungsverfahren konnte im Mai 1958 mit den Erdbauarbeiten begonnen werden. Bereits ein Jahr später, am 8. Februar 1959 erfolgte die Einweihung des schönen neuen Schulhauses. Zum Festakt war der damalige Finanzminister Rudolf Eberhard gekommen.
Aufgrund der großen Umwälzungen in der Schulpolitik während dieser Zeit, währte das Glück der Reifenberger Kinder nur kurze Zeit. Mit dem Ende des Schuljahres 1966/67 schloss das neue Schulhaus seine Pforten, es hatte nur einen Bestand von acht Jahren.
Ab September 1967 besuchten die
25 Kinder Reifenbergs andere Schulorte. Die Schuljahrgänge 2/5/6 wurden
mit dem Schulbus nach Niedermirsberg gebracht, die Jahrgänge 1/3/7/8 nach
Pretzfeld.Im Rahmen der Neugliederung
der Gemeinde Reifenberg nach Weilersbach im Jahre 1970 erfolgte die Umgliederung
des Schulsprengels in diese Gemeinde.
Zum jetzigen Zeitpunkt unterhält
die Gemeinde Weilersbach für die 1. - 6. Jahrgangsstufe ein eigenes Schulhaus,
für die Jahrgangsstufen 7 - 9 wurde ein Schulverband mit der Gemeinde Kirchehrenbach
gebildet, dem noch weitere Gemeinde angehören.